Shortnews

Waldbrandgefahr. Feuerwehren üben den Ernstfall.

Wie in jedem Sommer steigt mit Beginn der warmen Tage die Waldbrandgefahr in Deutschland wieder an. Wobei gleich eingangs klar sein sollte, dass eine hohe Waldbrandgefahr nicht mit Hitze, sondern vielmehr mit Trockenheit zu tun hat. Schaut man sich die Wettervorhersage für die kommenden Tage an, ist schon sehr rasch damit zu rechnen, dass die höchste Waldbrandstufe in einigen Teilen von Deutschland ausgerufen wird. Waldbrände entstehen zum größten Teil durch Fahrlässigkeit des Menschen oder durch böswillige Brandstiftung.

Wo besteht derzeit hohe Waldbrandgefahr?

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach ist für die Berechnung der aktuellen Waldbrandgefahr als Behörde des Bundes verantwortlich. Tagtäglich wird aus diesem Grunde die Warnkarte aktualisiert.

Schaut man sich die aktuelle Waldbrandkarte an, sieht man vor allem im Osten des Landes eine hohe bis sehr hohe Waldbrandgefahr. Im Süden des Landes ist die Gefahr derzeit am geringsten. Doch mit den aktuellen Berechnungen der Niederschläge, welche in den kommenden Tagen meist gering ausfallen, kann man schon heute davon ausgehen, dass die Gefahr täglich steigt.

Während der Waldbrandsaison in Deutschland, welche in der Regel von März bis Oktober andauert, stellt der DWD täglich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen in Form von Indizes bereit. Der Zeitraum kann im Jahr in Abhängigkeit von der aktuellen Witterung unter- oder überschritten werden. Der WBI dient den verantwortlichen Landesbehörden zur Einschätzung der Waldbrandgefahr sowie zur Ausgabe von Warnungen. Waldbrandwarnungen fallen nicht in den Zuständigkeitsbereich des DWD.

Waldbrandeinheit der Feuerwehr Bonn übt den Ernstfall

Am vergangenen Wochenende übten rund 130 Einsatzkräfte der nordrhein-westfälischen Waldbrandeinheit für drei Tage den praktischen Einsatz im Gelände. Seit dem Frühjahr 2022 unterstützt auch die Feuerwehr Düsseldorf die etablierte Einheit der Feuerwehren Bonn, Leverkusen und Königswinter. Die Einheit bereitet sich aktuell mit einem Fortbildungsprogramm auf mögliche Einsätze in der anstehenden Vegetationsbrandsaison vor.

Die bislang einzige deutsche Einheit zur bodengebundenen Vegetationsbrandbekämpfung unter Einbeziehung von Löschfahrzeugen (offiziell: ground forest fire fighting using vehicles, GFFF-V), die im europäischen Katastrophenschutzverfahren gemeldet ist, ist vorrangig dazu geeignet, bei großen Vegetationsbränden die örtlichen Einheiten zu unterstützen. Das neuerworbene Fachwissen wird jedoch auch an den jeweiligen Standorten etabliert und an die anderen Einsatzkräfte weitergegeben, sodass aus den Einsätzen und Übungen ein unmittelbarer Mehrwert für die Feuerwehren entsteht.

Die Übung am vergangenen Wochenende fand eingebettet in ein umfassendes Fortbildungsprogramm für die Einsatzkräfte der GFFF-V-Einheit statt, das gemeinsam mit der Bundesakademie für Bevölkerungsschutz und Zivile Verteidigung (BABZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) konzipiert und durchgeführt wird.

Feuerwehr Bonn, Waldbrandeinheit GFFF-V

Das modular aufgebaute Programm umfasst Grundlagen der Vegetationsbrandbekämpfung, Grundlagenkenntnisse für den Einsatz im europäischen Ausland sowie ein praktisches Training im Hinblick auf Einsatztaktiken und Nutzung unterschiedlicher Werkzeuge. Als Dozenten konnten hier auch erfahrene Einsatzkräfte der Hilfsorganisation @fire gewonnen werden, die bereits als Fachberater für die nordrhein-westfälische Einheit tätig sind und ihr wertvolles Wissen über die Bekämpfung von Vegetationsbränden weitergaben. Übungen in der Vergangenheit und der Einsatz in Griechenland im letzten Jahr haben einen Mehrbedarf an geländegängigen Löschfahrzeugen sichtbar gemacht, diese werden zum Ablöschen von Brandstellen in unwegsamem Gelände benötigt. Die Feuerwehr Düsseldorf wird mit derartigen Fahrzeugen und dem entsprechenden Personal den Einsatz unterstützen.

Die Feldübung am Wochenende bot die Möglichkeit neuen Mitgliedern Fachwissen im Bereich der Vegetationsbrandbekämpfung zu vermitteln und bei den etablierten Einsatzkräften bestehendes Wissen zu festigen.

Die Waldbrandeinheit wurde im Frühjahr 2018 von den Feuerwehren Bonn, Leverkusen und Königswinter gegründet. Sie besteht im Einsatz aus rund 20 Fahrzeugen und 60 Einsatzkräften, die taktisch in eine Führungseinheit, eine Versorgungseinheit und eine Brandbekämpfungseinheit aufgeteilt sind. Die Einheit ist für einen autarken Einsatz von einer Woche in dem anfordernden Land ausgelegt.

Angelo D Alterio

Mein Name ist Angelo D Alterio, ich habe diese Webseite im Jahr 2005 gegründet. Damals noch als Foren-Community eingesetzt, habe ich mich im Jahr 2022 entschlossen ein Nachrichten-Portal einzurichten. Ich bin seit 2015 Medien-Meteorologe und haben unter anderem die Unwetteralarm GmbH ins Leben gerufen.
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"